Sunday Driver - Pressestimmen
Rolling Stone, 07/2003
“In einer Holzhütte in North Carolina eingesperrt zu seinn, kann für eine Band aus Miami kein Spaß sein. Sunday Driver haben es ausgehalten – für die Kunst natürlich. In der Nähe von Bryson City entstanden elf eigenartige Songs. Einerseits singt Alex Martinez ganz einfühlsam und manchmal fast erdrückend schwermütig, andrerseits knüppelt die Band ganz schön los. Martinez kann nachziehen, wenn er will – bei “Playing Dead” wird das Geflüster zur Anklage, die “Wrong Things” bringen ihn fast zum Würgen. Und doch ist zwischen all der Wut, dem Krach und der Dissonanz immer noch die Hoffnung auf die Ruhe nach dem Sturm da, die Bereitschaft, auf die Bremse zu steigen und sich Zärtlichkeiten nicht zu verbieten. Im Booklet steht am Ende nur ein Wort: “Sincerely”. Fasst alles zusammen."
(3/5 Sternen)
Ox Fanzine, #51
“In den USA auf Doghouse, ist in Europa das noch recht junge Düsseldorfer Label Make My Day Records das ZUhause der Band aus Miami, Florida. Wenigere jung ist die Band selbst: schon 1995 gegründet, schaffte sie es erst 2001 eine erste EP rauszubringen, ebenfalls auf Doghouse. Jetzt also das debüt, und wie kalauert es sich so gerne? Gut´ Ding will Weile haben, nech? Gut´ Ding ist es geworden, denn was in der Hardcore-Szene von Miami mit Bands wie New Found Glory, Strongarm oder Shai Hulud begann, fand seine letzlich Umsettzung in einem einsamen Ferienhaus in den Wäldern von North Carolinas. Dorthin hatte sich die Band für einen Monat mit sämtlichem Aufnahmegerät verzogen, sich quasi in Klausur begeben, und war dann mit “A Letter To Bryson City” (so der Name der nächgelegenen Stadt) zurückgekehrt. Und ich muss sagen, ich bin einigermaßen angetan vom Ergebnis: Sunday Driver haben mit ihrem Debüt ein rundum erwachsenes, sämtlicher Emo-Umtriebe unverdächtiges Indie-Rock-Album eingespielt, das überzeugend auf Einflüsse von Bob Moulds Sugar über die Dinosaur Jr. der Neunziger bis – da gebe ich dem schlauen Infoblatt recht – Psychedelic Furs zu “Pretty In Pink”-Zeiten zurückgreift, die ewigen Faves Samiam nicht zu vergessen, das dabei aber immer auch eine sehr poppige, aktuelle Komponente hat. “Forever Again” ist dabei der heimliche Hit der Platte, während ein Song wie “Faking” sich in 5:02 schon beinahe episch ausbreitet, bevor dann “Certain doom” wieder souverän losrockt. Doch, eine mehr als nur ordentliche Scheibe."
(Joachim Hiller, 7/10 Punkten)
Visions, 07/2003
“Wie wird wohl eine Band klingen, die einen Wochentag im Namen trägt? Richtig, nach dem Genre mit den drei bösen Buchstaben: E, M und O. Kommen sich Sunday Driver mit ihrem Bandnamen eigentlich nicht selber doof vor? Oder wollen die einfach nur auf Nummer sicher gehen und sich anhand des Namens nur möglichst leicht einordnen oder gar abstempeln lassen? Nun, da sich die Band bereits 1995 gründete, wird man derartigen Gedanken wohl nicht hinterher gehangen haben. Nach einer Debüt-EP auf ‚Doghouse’ legen die vier Jungs aus Miami nach immerhin acht Jahren ihr erstes Album vor. Wie man sich von der Indierock-Masse abhebt, haben sie in dieser Zeit allerdings wohl nicht gelernt. Elf Songs setzen sie dem Hörer hier vor, der sich neben Intro, Interlude und überflüssigem Hidden-Hörspiel immerhin noch durch 45 Minuten satt produzierte Musik kämpfen muss. Doch leider machen die Stücke allesamt nicht besonders hellhörig, weil sie doch recht ähnlich bei mittlerem Tempo vorbeiplätschern. Das klingt dann hier und da mal nach Jimmy Eat World oder den üblichen Verdächtigen des ‚Deep Elm’-Labels, wird mit Streicheruntermalung bei “Faking” sogar richtig schön, ist meist treibend arrangiert, aber animiert trotzdem nicht zwangsläufig zum Wieder-und-Wieder-Hörenwollen. Hier will einfach nichts hängen bleiben. Ein paar originelle, spannende Ideen hätte man in den acht Jahren des Bestehens durchaus sammeln können…"
(Jan Schwarzkamp, 5/12 Punkten)
Uncle Sally*s, 06/2003
“Für ihr Langspieldebüt zog sich die Band aus Miami, Florida in die bergige Abgeschiedenheit von North Carolina zurück. Dort, knapp eine Stunde entfernt von jeglicher Zivilisation, schufen sie unter einfachen Produktionsbedingungen zwölf kräftige, moderne Rocksongs, die die seeligen Sensefield mit Oleander und Three Doors Down vereinen. Die Emo-Schublade würde Sunday Driver nicht gerecht, denn dazu sind sie schon zu großspurig und klar eingespielt. Andererseits wissen sie sich auch fürs alternative Rock-Radio zu empfehlen. Druckvolle, eindeutige Arrangements mit starkem Hang zum alternativen Mainstream lassen den Fuß mitwippen. Auf jeden Fall mal reinhören.”
(Steven Gläser)
Legacy, 06-07/2003
“Ach, wie Emo-esque”, denke ich mir! Das Coverartwork (Schreibmaschinen und getippte Briefe) sowie das Intro der CD (tackernde Tippgeräusche) scheinen schon wieder in eine dieser Schubladen-Trittfallen zu tappen. Man verzieht sich in die Einöde der nord-californischen Provinz (Marke: Holzhütte im Tannenwald), bekommt Briefe nach Bryson City (daher der Album Titel) und gibt sich ganz seinen Gefühlen hin. Doch weit gefehlt: Trotz Heimat auf dem US-Emo-Label Doghouse ist dies die einzige Drei-Buchstaben-Assoziation, die man finden mag. Stattdessen dominiert song-orientierter (College-) Rock mit diversen Anleihen und Vergleichen, den man in dieser Form sicher nicht erwartet hätte. Verdammt solide, aber nicht ganz so catchy und “szene-bezogen” wie die Labelmates Faves oder River City High geben die vier Sonntagsfahrer auf ihrem Debüt zur Sache und greifen unterwegs Verweise an die Ur-Gitarrenbands der amerikanischen Neunziger schlechthin auf: Sugar (“If I Can´t Change Your Mind” stand für einige Songs hier Pate!) und Redd Kross. Mein Favourite auf diesem Album, “Faking”, kann dabei locker mit eben genannten Bands mithalten, denn das substanzielle Songwriting und die Stärke der Band, sich in keinem Fall unterordnen zu wollen (oder gar zu können?), zeigt sich hier am Deutlichsten. Leider ist dies auch der Hauptkritikpunkt an Sunday Driver “A Letter To Bryson City” ist fernab jeglicher Szene-Ausprägungen halt dann doch nur ein solides Debüt, zu dem die wenigsten von uns direkt Zugang finden können. Weniger Kompromisse hätte ich dankbar begrüßt…"
(MIG)