Pietasters, The - Pressestimmen
Rolling Stone, 12/2002
“Ein bisschen zu spät haben sie ihn eingeschaltet, den Turbo-Gang. THE PIETASTERS hätten bei jedem Sommer-Festival spielen sollen, an sonnigen Nachmittagen, bei ein paar Bier und vor gut gelaunten Menschen. Jetzt, im tristen Spätherbst, klingt ihr Sound fast unverschämt fröhlich ? die acht Amerikaner haben wohl lange keinen Winter mehr gesehen. Oder doch: Der Song “Malmo” (sic!) blieb wohl von der letzten Skandinavien-Tour der Band übrig, ein voller Erfolg, wie es scheint: “Frankenstein’s making time in the can with Eva Brown/ Jorge is hiding down the block/ Let’s show these vikings how to rock.” Zu ernst darf man all das nicht nehmen. Die Texte sind es nicht, die “Turbo” ausmachen. Es ist die ulkige Mischung aus Ska und Rock, Soul und Reggae, die immer wieder anders klingt. Bei jedem Song werden die Anteile neu berechnet, werden mal die Bläser in den Vordergrund geschoben und mal die Keyboards, man weiß es vorher nie. Selbst die Cover-Versionen klingen hier originell: BOB MARLEYS “Mellow Mood”, vor allem aber “How We Were Before” von den Zombies, das ganz im Ende doch noch gehörig Melancholie unter all die Leichtigkeit mengt. Der Gesamteindruck bleibt trotzdem: Have fun, will travel on."
Visions, 12/2002
“Stefan Layh “Girls! Beer! Music! Nach mehr lechzen die PIETASTERS gar nicht – und die beiden ersteren haben sie verdient, weil sie letztere in ein echt schickes Ska-Gewand zu kleiden wissen. Wenn Sänger Steve Jackson auf die rüden Kindertage des Oktetts aus Maryland Virginia, zurückblickt, dann wabern vor seinem geistigen Auge vernebelte Erinnerungen an Live-Shows, die gerne in “drunken riots” entarteten. Längst vorbei sind diese Zeiten, als man sich mit dem Covern von BOSSTONES-, SKATALITES- oder BAD MANNERS-Songs zufrieden gab, die als Soundtrack auf dem Weg ins kollektive Delirium so zuverlässig funktionierten. Inzwischen stehen 13 Kerzen auf dem Geburtstagskuchen der PIETASTERS, und die Band hat längst ein erstaunliches Händchen für Songs entwickelt, die jegliche Schwermut unbedingt verscheuchen. Mit ihrem neuesten Streich “Turbo” beweisen die PIETASTERS aufs Neue ihr honorables Geschick für hier treibende, dort gediegene Gute-Laune-Mucke zwischen Ska-Core und Rocksteady. Die Nordamis haben ohne Zweifel die Ruhe und den Groove weg, wie sonst kämen Stücke wie “Every Afternoon” oder “Got To Stay” zustande? Im Gesang steckt allerhand Seele, und die Bläserharmonien richten den Blick aufs Licht am Tunnelende oder direkt auf einen Sonnentag zum Relaxen, je nach Ausgangsgemüt des Hörers. Das macht Spaß! Auch oder gerade im tristen Herbst hierzulande.”
(Stefan Layh, 9/12 Punkten)
Indigo Notes, 11/2002 (Nr. 91)
“Die PIETASTERS sind zurück! Ihr nunmehr drittes Album, sinnigerweise “Turbo” betitelt, hält das, was das köstliche “Devadip”-Carlos Santana-lookalike-Trash-Cover verspricht. Denn hier geht es um Spaß pur. Der Peter “Jason King” Wyngrad-(Department S)-Schnauzer, damals (1971) auch gerne als sogenannte “Fickleiste” verspottet, ist schrecklich cool und die herrlich krude und lässige Melange aus Soul, Punk, Old School Rock und Reggae kommt aus jeder Motown-Pore schwitzend daher, immer auf der gerechten musikalischen Suche nach größtmöglicher und raw powernd-pumpender Klangautentizität und Ästhetik. So kredenzen The PIETASTERS ihre ultracoole Mischung aus unzähligen, in Plattenläden ausgehangenen Tagen mit den aus ihren speziellen All Time-Faves extrahierten Sounds, immer hochenergetisch, krachend und locker, dass es wie ein erfrischendes Gewitter über den Hörer kommt. Die Roots-Referenzen sind britische Bands wie THE SPECIALS oder BAD MANNERS, aber die PIETASTERS bewegen sich Lichtjahre davon weg, eine (Trashguitar-) Ska-Band zu sein. Denn ebenso swingen hier die nonchanlant nachempfundenen Geister von OTIS REDDING, SPENCER DAVID, ALTON ELLIS, BLOOD, SWEAT AND TEARS oder BOB MARLEY durch die groovende, überhitzte, musikalische Party-Zone, bis der Doktor mit den SOUTH-SIDE JONNY & THE ASHBURY JUKES- Frischmachern kommt. Und dann gehts auf der Greyhound-Überholspur in den Easy Listening-RICO BRASS-Himmel, mit einer lässigen Verbeugung vor dem CPT. SENSIBLE. “Turbo” ist gute Laune pur, herrlich unberechenbar rude und- wie sagt mein alter Freund Frankie immer, die Sache auch hier im Zentrum des Kerns treffend: “Die Mischung muss stimmen.” Nicht nur darin sind THE PIETASTERS Meister aller Klassen."
(Jmm)
Ox Fanzine, #49
“Es hat sich viel in Washington DCs Ska-Rock-n-Soul-Familie THE PIETASTERS getan. Die Details im Interview dieser Ausgabe! Fakt ist, dass “Turbo” das siebte Album der seit 1990 bestehenden Band ist, das in den Staaten auf Fueled By Ramen und hierzulande beim Starkult Promotion-Ableger MAKE MY DAY RECORDS kürzlich erschien. Im ersten Moment war ich ehrlich gesagt etwas enttäuscht. Wo sind die Hymnen wie “Out All Night” oder “Yesterday’s Over”? Zugegeben, derartige “Gute Laune”-Hits bietet “Turbo” nicht. Losgelöst von punkigen Einflüssen, wenig rockige Momenten, Ska dezent eingestreut, regieren Reggae- und Soulgrooves. Im Vergleich zu den Hellcat-Veröffentlichungen “Willis” und “Awesome Mix Tape #6”, produziert von Brett Gurewitz, vermisst man bei “Turbo” die druckvolle Produktion. Nach mehrmaligem Aufwärmen aber, gewinnt das eingangs etwas fade empfundene Chilli mehr und mehr an Schärfe, wenngleich wir uns definitiv vor Augen halten müssen, dass diese Platte von bedachten, ruhigen und melancholischen Momenten lebt. Die Ausnahmen der Regel mit leicht tempogeladenen Soul stellen “Set Me Up” und “Rachel” dar. “Drunken Master”, ist eine sehr coole Reggaenummer, die mich vor allemdurch das Bläserarrangement ansatzweise an “A-Z” der Dubpunkband PROPAGANDA AND INFORMATION NETWORK erinnert. “Got To Stay” ist fast schon ein PIETASTERS-Blues. Das Instrumental “Step Right Up” ist leicht skajazzig á la EASTERN STANDARD TIME. Der einzig richtige E-Gitarren-Kracher ist “Wrong With You”. Sehr AC/DC-(beat)lastig! Den melancholischen Ausklang macht “How We Were Before”, das etwas “You’re Wondering Now”-SPECIALS-Mood verbreitet. Je öfter gehört, umso besser gefallen und live sowieso einzigartig und unverwechselbar!"
(Simon Brunner)
Westzeit, 10/2002
“Es ist soweit! Endlich wird am 2002.10.21 bei MAKE MY DAY RECORDS das neue Werk von THE PIETASTERS erscheinen, welches den Titel “Turbo” trägt und jenseits des großen Teiches bereits als das mit Abstand beste Album der Band gehandelt wird. Der Sound lässt sich am besten als heißblütiges Gemenge aus Soul, Punk, Old School Rock und Reggae beschreiben, der immer im richtigen Verhältnis zueinander steht. Was einen aus der Konserve auf Anhieb dazu veranlasst, sich lässig zurückzulehnen, entpuppt sich live als unglaubliche Tanzorgie. Sicherlich sind die Ska-Roots der Band nicht zu verachten, jedoch geht das Ergebnis der internen Bearbeitung weit darüber hinaus. Dreckige 60´s Grooves, vollversteinerter Dancehall und extrascharfer Rocksteady geben sich die Klinke in die Hands und fordern gebührende Mitmach-Aktionen…"