Ocean, The - Pressestimmen
Eclipsed, 10/2004
„Die Unterwasserwelt des Berliner Klangkollektivs The Ocean hat Zuwachs bekommen. Nicht nur in Form des zweiten Longplayers ‚Fluxion’. Das achtköpfige Grenzgänger-Projekt hat nun auch den Gesang für sich entdeckt. Zumindest auf dem Vorgänger ‚Fogdiver’ spielten Stimmen keine Rollen. Live indes haben Gitarrist und Kapitän Robin Staps und sein Trupp wilder Gesellen schon länger mit Growls gearbeitet. Sind die Genregrenzen auf ‚Fogdiver’ noch stärker ineinander geflossen, ist dieses Album ein unmissverständliches Bekenntnis zu den eigenen reinen Wurzeln. Die neun neuen Tracks der Hardcore-Gestrandeten sind zum Teil verheerte Klanglandschaften, unwirtliche Tiefseeregionen, in denen menschliches Leben kaum mehr möglich scheint. Ideale Brutstätten für alles mit sich fortreißende Freak Waves wie ‚Comfort Zones’ oder ‚Equinox’. Und doch, es gibt sie auch hier wieder, die ruhigen, zerbrechlichen Gitarren- und Streicherpassagen, die notwendigen Gegenpole zur alles bestimmenden rohen Klangmaterie. The Ocean bleiben weiterhin Suchende.“
Rock Hard, 09/2004
„"Fogdiver", das vor etwa einem Jahr erschienene Debüt der Berliner, war ein akustisches Abenteuer für alle Fans von Monumentalrock der Marke Godspeed You! Black Emperor. Mit “Fluxion” verlässt die achtköpfige Truppe alle jenseitigen Sphären und kehrt in jene konventionellen Gefilde zurück, in denen das Wort Metal erlaubt ist. Allein durch die überraschende Entscheidung für den Einsatz eines Sängers – der Mikromann brüllt wie eine Mischung aus Death-Metal-Fronter und Steve Van Till (Neurosis) – erfährt das Konzept der “Big Band” eine grundlegende Änderung. Außerdem agieren THE OCEAN riffbetonter, strukturierter, so dass sie mittlerweile eher an alte Neurosis, ja manchmal gar an Prong
erinnern. Eine gute Platte, aber für meinen Geschmack bei weitem nicht so überragend wie das Debüt.“
(Wolf-Rüdiger Mühlmann 7,5 Punkte)
Uncle Sally*s, 09/2004
“Endlich: Berlin hat wieder eine Metal-Band vom Weltklasseformat – und die heißt ausgerechnet The Ocean. Nach der ersten EP der Jungs hätte man das ja noch nicht unbedingt vermutet – “Fogdiver”
enthielt zwar sehr gefällige instrumentale Soundlanschaften, in denen man sich gut verlieren konnte, steht der Qualität von “Fluxion” aber deutlich hinterher. Denn diese Platte hier ist ein
Brett, das begeistert: Wütende, bombastische und alle Dämme einreißende Gitarrenfronten, barbarisches Gergrunze aus dem Munde von drei Sängern, dazu ein Streicher-Gewitter das jedes Orchester alt aussehen lässt – “Fluxion” ist so etwas wie das uneheliche und in einer stürmischen Nacht gezeugte Kind von Dillinger Escpae Plan, Neurosis und Dimmu Borgir. Diesem Lärm-Inferno sollte man seine gesamte Aufmerksamkeit widmen – belohnt wird man dafür mit einer der brachialsten, vielschichtigsten und gandenlosesten Kopfwäschen der letzten Zeit.“
(Tito Wiesner)
Ox-Fanzine, 09/2004
„Nachdem furiosen, rein instrumentalen Debüt schöpft die wohl engagierteste und mitreißendste Berliner Band der letzten Jahre nun aus dem Vollen und präsentiert sich hier von ihrer härteren Sorte – dieses mal durch ihre zwei Sänger verstärkt. Immer noch wird eine
gewaltige Soundwand aufgebaut, die wie eine riesige Welle über einen zusammenbricht und von der ersten bis zur letzten Sekunde mitreißt. Konnte mich schon das Debüt voll überzeugen, so kommt die Musik von THE OCEAN mit Gesang noch gewaltiger rüber und transportiert gleich doppelt so viele Emotionen wie schon auf “Fogdiver”. Die Lieder sind allesamt wohlkomponiert und auf jede Kleinigkeit wurde Wert gelegt, wodurch selbst Zuhörern, die eher weniger mit härterer Musik was anfangen können, immer noch die Chance geboten wird sich von der Musik, die dieses ambitionierte Kollektiv darbietet, treiben zu lassen. Zweifelsfrei die deutsche Antwort auf Bands wie NEUROSIS und ISIS, jedoch ohne abgekupfert zu klingen. Man ist vollkommen eigenständig und hat offensichtlich einen sehr hohen künstlerischen Anspruch ans eigene Schaffen. Ein furioses Album einer kongenialen und sehr sympathischen Band, von der man sich vor allem live ein Bild machen sollte. Ganz großes Kino!“
(Kube)
Musikexpress, 10/2004
„Ambitionierte, cineastisch anmutende Art-Metal-Walze.
Wahrer Pioniergeist umweht dieses achtköpfige Kollektiv, das sich unter der Leitung ihres Kopfes Robin Staps aufmachte, den Metal wieder interessant zu machen. Sein Konzept nutzt vorhandene Elemente, die neu zusammen gesetzt werden, dabei wird auf traditionelle Song-Zeiten keine Rücksicht genommen. Ihr längster Titel dauert über vierzehn Minuten, ihr kürzester gerade mal 1.30. Das Fundament der Berliner ist schwerer Doom Metal, den sie nicht selten mit deathmetallischem Grölen anreichern. Dazu gesellen sich verspielte psychedelische und auch klassische Passagen, in denen Geigen, Klarinetten, Flöten und Celli zum Einsatz kommen. Die Wandlungen der Ozean-Bewohner sind kaum vorauszuberechnen,
ihre Klanglandschaften können sich unendlich ausdehnen, aber auch abrupt wechseln. Um das Unbeschreibliche zu beschreiben ist ein Blick auf ihre Vorbilder nützlich, zu denen etwa Neurosis, The Refused, Godspeed You Black Emperor!, Godflesh und Melvins wie auch King Crimson, Portishead und Chopin zählen. So entsteht monumentaler Art-Metal, der bei allem künstlerischen Anspruch stets nach vorne marschiert.“
(Henning Richter)
Visions, 09/2004
„Ein achtköpfiges Ensemble tastet sich durch düstere Gassen, sinfonischen Doom und Brocken glutroter Wut. Nur mit dem „Gesang“ hat man sich ins Knie geschossen. Dabei fängt alles so toll an: Der instrumentale Einstieg „Nazca“ fegt einem mit vielschichtig gewebten Texturen und orchestraler Urgewalt schier die Wurst vom Brot. Bis Hasskappe Meta losgrunzt – womit der Pferdefuß des Kollektivs um Gitarrero/Songwriter Robin Stabs identifiziert wäre. Fein, dass man schon das Debüt „Fogdiver“ ursprünglich mit Gesang geplant haben will, doch zumindest für mein Empfinden wirkt dies auf Todesröcheln übelsten Kalibers beschränkte, unverständliche Gewürge einfach nur abstoßend und überflüssig. An sich haben Highlights wie das gezeitenhaft auf-und abschwellende Epos „The Human Stain“ oder „Isla Del Sol“ alles, was es braucht: Lava-artige Schwere, Amboss-Grooves, teils volle Unterstützung von Streichern, Klarinetten und Flöten, dazwischen luzides, einlullendes Leuchten. Vor der nächsten Keule. Doch anscheinend wollten The Ocean diesmal mehr Neurosis sein, als ihnen gut tut. Was ihren zutiefst zerebralen Songs fehlt, ist eben keine zusätzliche Kelle Bösartigkeit – sondern die eine zündende, erhebende Melodielinie. Mehr Kino statt Kinnhaken! Da können die Herren noch so verwegen Breaks aneinander hauen und Musikerkollegen frustrieren. Zumal sich unter den neun kunstvoll verschachtelten Kompositionen auch ein paar echte Nieten finden. „ Equinox“ zum Beispiel: laut, lärmend, wild um sich schlagend – ein Song wie ein Trupp alkoholisierter norwegischer Proleten. Oder das seltsam ziellose, dumpf Riffs knetende „Dead On The Whole“. In guten Momenten monumental und überlebensgroß, in schlechteren ein Trennungsgrund für sensiblere Mitbewohner.“
(Patrick Großmann)
Legacy, 09/2004
„Mit Fluxion legt das Berliner Kollektiv THE OCEAN seinen zweiten Longplayer für Make My Day vor und spätestens jetzt ist klar, dass die Formation keine Eintagsfliege ist. Überzeugte „Fogdiver“ durch seine rein instrumentalen Kompositionen zwischen Minimal- und Brachial-Rock setzt das neue Album auch heftigere Akzente. Noch immer sind Soundvisionäre wie Isis, Neurosis, Burst oder auch Cult Of Luna unabdingbar als Referenzen zu nennen, doch THE OCEAN sind heute gleichfalls durch klassische Metal-Strukturen geprägt. Der harte Gesang verstärkt den Eindruck zusätzlich. Ausgehend von spärlich instrumentierten Parts arbeiten sich die Musiker immer tiefer in atmosphärisch vollen Klangwelten vor, in denen allein Intensität und Volumen als Maßstab ansetzbar scheinen. Hier gibt es nicht einfach Musik aus einem Selbstzweck herraus, sondern es entwickeln sich Arrangements, die man als Hörer miterlebt; in die man einsinkt und sich mitreißen lässt. Neben der klassischen Instrumentierung einer Rock-Band kommen zudem Violine, Cello und elektronische Soundeffekte zum Einsatz. Erlaubt ist, was gefällt und was das Soundgewand weiter ausbaut. „Fluxion“ bietet viele große (!) Momente. Die Arrangements sind durchdacht, anspruchsvoll und bisweilen fast episch angelegt. Einfach strukturierte Passagen stehen neben gewissem Frickel-Noise oder kurzen Chaos-Sequenzen, die wohldosiert eingesetzt werden. Gleiches gilt für den Gesang, der oftmals zurückgenommen wird, um der bloßen Musik Raum zur Entfaltung zu gewähren. Überzeugende mehrstimmige Sequenzen verzeichnet das Album jedoch auch. THE OCEAN lullen mit ihrem stark emotional getalteten Sound gleichermaßen ein, wie sie in den temporeicheren, heftigeren Passagen auch heftig austeilen können. Von Haus aus eheer düster angelegt, bleiben bei mir als Hörer allein positive Ghefühle zurück, denn die kraftvollen Songs auf „Fluxion“ wecken in mir stets neuen Mut, egal mit welcher Stimmungslage ich die CD in den Player schiebe. THE OCEAN sind eine Band für Herz und Seele und schlichtweg großartig!“
(AK, 12 Punkte)
Metal Hammer, 09/2004
Schon nach ihrer Debüt-Mini-CD FOGDIVER wurde das Berliner Doom-Hardcore-Kollektiv zu Recht als eine der großen neuen Hoffnungen aus deutschen Landen gehandelt. Jetzt liegt ihr erstes Album FLUXION vor- und bestätigt die Erwartungen, die FOGDIVER weckte. Nicht mehr ganz so puristisch wirken die neuen Songs, was sicher vor allem daran liegt, dass sich erstmals die beiden Sänger der Band ins Geschehen einschalten, nachdem das Debüt noch rein istrumental daher kam. Doch die Markenzeichen sind gleich geblieben: The Ocean entfesseln eine monolithische Klangwalze aus wogenden, berstend heftigen Riffs und legen darüber sparsame, an Soundtracks gemahnende Melodielinien – und jetzt eben auch sparsamen, kehlig herausgebellten Gesang. Bei aller härte ist die entstehende Musik ungeheuer atmosphärisch und auch erstaunlich variabel im Ausdruck. Sicher, die ein oder andere Inkarnation von Armageddon winkt einem immer wieder zu, doch selbst Songs mit Titeln wie ’Rebirth Of Tragedy’ tragen eine Erhabenheit in sich, die im Ohr des Hörers mit deutlich positivischen Untertönen ankommt. Für meinen Geschmack sind The Ocean immer dann am stärksten, wenn sie ihre doomige Ader ausleben und ihre Stücke ins Epische ausufern lasen, die derberen Klopfer wie das abgehackte ’Comfort Zones’ lassen im Vergleich doch etwas Sprengkraft vermissen. Dennoch eine große Platte.“
(Robert Müller)
EMP-Magazin, Herbst/2004
„Olala! 9 Stücke mit satten 57 Minuten Spielzeit auf einer CD! Das habe ich aber schon lange nicht mehr gehabt. Unglaublich, aber wahr ist auch die Tatsache, dass das 8-köpfige Ensemble aus Berlin in keiner einzigen Sekunde auf „Fluxion“ langweilig wird. Bereits beim Debüt hatte sich ja die deutsche Presselandschaft überschlagen. Der Branchenprimus „Rock Hard“ schrieb einfach nur: „Bitte mehr von solchen Bands!“ Auf „Fluxion“ legen The Ocean noch einmal ein gutes Stück Eigenständigkeit oben drauf, d.h. in diesem Falle, das im Vergleich zum Debüt der Band auch einzelne Gesänge zu hören sind. Diese erinnern mich an selige Gorefest Zeiten, aber das scheint mein ganz persönlicher Eindruck zu sein. Geblieben sind die Soundtrackartigen Kompositionen, welche alle sinfonisch angelegt sind und dennoch voller Leidenschaft aus den Boxen tönen. Die Band macht wirklich alles richtig. Ruhige Doompassagen wechseln sich mit epischer Gewalt ab. Das Grundgerüst einer guten Band aus dem Metalbereich, welche ihre Wurzeln im Rock, Hardcore und Noise nicht zu verstecken brauch, steht auf „Fluxion“ im direkten Zusammenhang mit klassischen Instrumenten und kann auf eine Klangfülle verweisen, wie sie fast schon einzigartig ist . Das ist der wahre Soundtrack zum Jahr 2004. Ein Muss für epische Metaller, leidenschaftliche Romantiker, bzw. einfach Freunde gut gemachter Musik!“ (Antonia Sawade)
Westzeit, 09/2004
„Gab sich der Berliner Noise-Doom-Trupp auf seiner Debüt-EP “Fogdiver3 noch rein instrumental, so setzt er auf dem ersten vollen Longplayer zusätzlich auf Vocals – nunja, auf Growls. Dem überaus mystischen Touch der musikalischen Basis mit tonnenschweren Grooves aus den Untiefen ihrer Seelen hat das keinen Abbruch getan, obwohl man zeitweise einen Abzweig in Richtungperfiden DeathMetals durchscheinen sieht. Insgesamt bleibt das Ergebnis
erhaben und bietet genug Abwechslung, um Headbanger wie verkappte Träumer gemeinsam untergehen zu lassen.“
(Axel Nothen)