Ocean, The
Die oftmals tief verschachtelten Kompositionen des 8-köpfigen Berliner Kollektivs THE OCEAN wirken sinfonisch und doch kaum langatmig, angefüllt mit düsterer Leidenschaft, episch und brutal… ruhige, doomige passagen mit Filmmusik-Anleihen, bei denen klassische live-Instrumentalisten im Vordergrund stehen, kulminieren in gitarrenlastigen Wutausbrüchen zwischen orchestralem noise und modernem, technischem rock/hardcore.
THE OCEAN schätzen u.a. folgende Künstler als besonders wichtige Einflüsse und versuchen deshalb umso eifriger, sich von ihnen zu distanzieren: Neurosis, David Lynch, The Refused, Godspeed You Black Emperor!, Breach, King Crimson, Lautreamont, Chopin, Portishead, Botch, Tarkowskij, Rimbaud, Godflesh, Dali, the Melvins und andere Surrealisten…
past:
Im frühen Winter des Jahres 2000 zog Gitarrist/songwriter Robin Staps nach Berlin, um seine Vision der Band THE OCEAN in die Tat umzusetzen. Die restlichen Bandmitglieder wurden im Laufe der kommenden zwei Jahre per Anzeige gefunden. Ende 2001 bezog die Band die Kellerräume einer ehemaligen Aluminiumfabrik aus dem zweiten Weltkrieg und richtete dort OCEANLAND, einen Komplex aus Probe-, Schlaf- und Studioräumen, ein. Hier hat die Band alle ihre bisherigen Alben in Eigenregie aufgenommen und produziert. Nach einer längeren Phase des Probens mit drum-computer fand die Band im Frühjar 2002 in drummer Liessmann und Bassist Heine die optimale Rhythmusgruppe. Mit den personellen Neuzugängen wurde eine neue Arbeitsweise möglich: Liessmann sah eine Herausforderung in der Idee, die programmierten drum-beats live nachzuspielen. Im Bereich des song- writings wich die alte Herangehensweise des ieJammensls nun vollständig dem ieKomponierenls. Dadurch entstanden immer vielschichtigere, komplexere Kompositionen und die Musik gewann an Tiefe und Struktur, ohne dabei die rauhe live-Energie einzubüssen, die dem THE OCEAN-Sound stets zu eigen war. In der Folge arbeitete die Band mittels intensiver Proben an einem live-Programm. Der Sequenzer wurde als festes Element in die live-performance integriert. Kornmann erweiterte sein percussion-Arsenal durch neue, z.T. selbstgebaute Instrumente. Bandmitglied Lindenhayn setzte die Idee einer auf die Musik abgestimmten MIDI-getriggerten Licht-show in die Tat um, welche die kalte, düstere Atmosphäre der songs unterstreichen sollte.
Im Juli 2002 spielten THE OCEAN ihr erstes offizielles live-Konzert mit 3 klassischen live-Instrumentalisten (Posaune, Cello, Querflöte) vor 300 Zuschauern im randvollen EIMER in Berlin-Mitte und erhielten eine überwältigende response. Im August 2002 wurde in den Tonstudios der Hochschule der Künste in Berlin der 12-Minuten track „Queen of the Food-Chain“ aufgenommen. Ende des Jahres wurde dieser track für die VISIONS – support the unexplored newcomer-Band CD-compilation ausgewählt.
Es folgten weitere Vorproduktionen, durch die u.a. MAKE MY DAY RECORDS auf die Band aufmerksam wurde. Im April/Juni 2003 wurde die 30-minütige CD >fogdiver< im OCEANLAND eingespielt und von der Band selbst produziert. Michael Schwabe von Monoposto Mastering gab der Platte den letzten Schliff. Entgegen des eigentlichen Band-Konzeptes ist dieses erste offizielle release (Make My Day / Zomba) komplett instrumental geblieben. Die sehr verschiedenartigen Stücke lassen das breite musikalische Territorium erahnen, in dem die Band sich spielend bewegt: von verträumten Klangmalereien hin zu brachialen noise-Ausbrüchen wird das gesamte Spektrum moderner Rockmusik bedient, und auch Trip Hop und Drum&bass haben ihre Spuren hinterlassen.
present:
2003 spielten THE OCEAN auf mehreren selbstgebuchten Kurztouren über 30 live-Konzerte in Deutschland und im europäischen Ausland. Die filmartige, konzeptuelle live-show der Band konnte dabei ständig verbessert und um neue Komponenten erweitert werden: so war bei einem gig mit ISIS in München erstmalig eine Video-performance Teil der show. Feste interludes und samples zwischen den einzelnen Stücken sorgen dafür, dass der imaginäre Film, den THE OCEAN mit ihrer Musik auf die Bühne zaubern, zwischenzeitlich nicht abreisst. Dabei bewahrt die Band durch die Abwesenheit von Ansagen eine Art mystische Distanz zum Zuhörer, welche ihm das Eintauchen in die düsteren ozeanischen Sphären erleichtert. Das Lynch-artige Spiel mit der Dunkelheit tut sein Übriges: oftmals sind die Musiker nur silhouettenhaft im diffusen, blau-grünen Zwielicht zu erkennen.
Am 11.10.2003 fand die von Uncle Sally*s präsentierte record release party des Albums „fogdiver“ im Berliner Silver Wings statt, dabei kam ein Fernseh-interview für TVB zustande. Am 26.10.2003 spielte die Band ein live-Konzert in der Sendung KenFM auf RADIO FRITZ, Jakob Kranz hatte kurz zuvor zum Nightflight-interview ins Studio gebeten. Im Dezember 2003 gewannen THE OCEAN den Bandwettbewerb für das RIOTFEST in Antwerpen (Belgien). Nach einer fulminanten performance auf grosser Bühne kamen mehrere labels auf die Band zu. Deshalb begannen THE OCEAN im Februar 2004 mit den Aufnahmen für gleich 2 neue full-length Alben. Nach einer 3-monatigen Mammutsession, in der u.a. ein gesamtes Orchester mit 8 Geigen, 5 Celli, Klarinetten und Flöten abgebildet wurde, wird das erste der beiden Alben (Titel tba) im August über Make My day Records (Deutschland) und Throne Records (europ. Ausland) erscheinen. Direkt nach Abschluss der Aufnahmen spielten THE OCEAN im April und Mai 2004 während einer dreiwöchigen Europatour Konzerte in Deutschland, Österreich, Holland, Belgien, Tschechien und Polen.